Zur Geschichte des Dorfes Lüttingen

Der Ursprung und somit die Gründung Lüttingens geht auf eine Schenkung des Kölner Erzbischofs Bruno, Bruder des Kaisers Otto des Großen, im Jahre 965 zurück. Er vermachte der Benediktiner-Abtei St. Pantaleon in Köln seinen Hof  "Lidron" = Lüttingen. Die Mönche ließen sich hier nieder, besiedelten das Gebiet und errichteten ein Heiligtum unter dem Patronat des heiligen Pantaleon. Die jetzige Lüttinger Kirche, deren Turmhelm im zweiten Weltkrieg abgesprengt wurde, erstand um 1473, der Chorbau ist älter und wurde immer wieder auf früheren Fundamenten aufgebaut. Auf der Stirnwand des Hauptschiffes, die den Chorraum deutlich überragt, befindet sich ein Fresko mit den 14 Nothelfern, welches im Jahre 1922 von einem unbekannten Künstler angefertigt wurde. Heute ist die ehemalige Pfarrei Teil der Pfarrgemeinde St. Viktor Xanten.

Bei Stromkilometer 827, nördlich Lüttingen und östlich von Wardt, stand hinter dem Deichende in den Wiesen von Gut Grindt eine einsame Fischerhütte aus dem 19. Jahrhundert. Hier befand sich der alte Pärdendyck (Pferdedeich) aus jener Zeit, als die Schiffe noch von Pferdegespannen zu Berg getreidelt wurden. Diese alte Ziegelhütte erlebte die Blütezeit und den Niedergang der Fischerei und diente den „12 Aposteln“ als Unterkunft, Speiseraum und Schlaflager. Danach verfiel sie, die Reste der Ruine wurden im Zuge der Auskiesung zur Schaffung einer Verladestelle für Schiffe Ende der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts abgetragen. Im Jahre 1998 wurde die Fischerhütte anhand von Zeichnungen und Fotografien originalgetreu durch die „12 Apostel“ des HBV rekonstruiert. Am Rundwanderweg der „Xantener Südsee“ gelegen, beherbergt sie heute das liebevoll eingerichtete „Fischerhüttenmuseum“, welches auf Anfrage gerne besichtigt werden kann.

Sechs Lachsfischer, nämlich Johann Furtz, Hermann Roesen, Peter Terhorst und Hannes van Holt aus Lüttingen sowie Heinrich Prast und Wilhelm Giesen aus Bislich entdeckten beim Fischzug im Jahre 1858 den sogenannten "Lüttinger Knaben", einen in Bronze gegossenen „Stummen Diener“  mit lockigem Haar von seltener Schönheit - vermutlich aus der Römerzeit, wahrscheinlich aber älter. Die geschäftstüchtigen Fischer stellten den Knaben gegen Eintrittspreis aus, bedeckten das  Geschlechtsteil mit  einem Lendenschurz und  forderten von jedem Besucher, der den Lendenschurz zu heben wünschte, zusätzlich zwanzig Pfennige. Ein örtlicher Gendarm verbot den Fischern den willkommenen Nebenverdienst. Heute ist der "Lüttinger Knabe" im  Bacchus-Saal des Neuen Museums zu Berlin ausgestellt. Ein Bronzeabguss vom Original befindet sich auf dem Lüttinger Dorfplatz, weitere Kopien bereichern das Rheinische Landesmuseum Bonn und das Römermuseum Xanten.

Heute ist Lüttingen ein Ortsteil der Dom- Römer- und Siegfriedstadt Xanten und zählt ca. 2.600 Einwohner. Noch im Jubiläumsjahr 1965, als das Dorf sein 1000-jähriges Bestehen feierte, waren es kaum mehr als 900 Seelen. Der enorme Zuzug von Neubürgern ist ein Indiz für die attaktive und doch ruhige Lage inmitten eines Freizeitparadieses. Es ist schon ein Privileg, dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen! 

Weitere Informationen zu unserem Fischerdorf, seiner Geschichte, den Vereinen und ihren Aktivitäten erhalten Sie auf der Homepage www.luettingen.de.